Geschichte des CTW

Was bewegt Menschen dazu einen Großteil ihres Lebens einer Aufgabe zu widmen, die auf den ersten Blick übermächtig – ja unlösbar scheint?

Sr. Gretel (li.) und Sr. Herta während ihrer Amtszeit Drei Frauen kamen in Kontakt mit den Christusträgern und ließen sich davon anstecken, wie diese das Wort Gottes in ihr Leben umsetzen. So gründeten die Schwestern Anni Abler, Herta Damolin und Gretel Knauber im Juni 1968 den Christusträger-Waisendienst.

In Karachi, Pakistan, begann das erste Projekt des Christusträger-Waisendienstes mit einem Heim für Kinder von Lepra-kranken Eltern. Schwester Anni Abler war bereit, dort als Hausmutter für anfänglich 15 Kinder zu sorgen. Sr. Anni zu Beginn Ihres Einsatzes in Karachi Gott segnete diesen Anfang und ließ sein Werk wachsen. Die Christusträger waren inzwischen in vielen Ländern engagiert, um die Liebe Christi zu den Armen und Elenden zu tragen. Ihre Hilfe brauchten besonders die Kinder, die teils körperlich und geistig behindert waren oder im Elend der Slums aufwuchsen. So entstanden im Laufe der Zeit Kindertagesstätten, Heime, Schulen, Familien- und Kinderhilfsprogramme sowie Medizinische Stationen in verschiedenen Ländern Südamerikas und Asiens.

Ein Team der Christusträger-Bruderschaft begann im kriegserschütterten Vietnam 1969 einen ärztlichen Einsatz, der bald eine wachsende Betreuung von Kriegswaisen mit einschloss. ehem. Christusträger-Bruder Michael in Vietnam Bis zum Ende des Vietnamkrieges konnten dort mehr als 200 Kinder durch Patenschaften versorgt werden. Nachdem die Arbeit in Vietnam 1975 eingestellt werden musste, verstärkte der Christusträger-Waisendienst seine Hilfe für Indien, wo heute etwa die Hälfte der von uns versorgten Kinder betreut wird. Seit 2009 sind wir auch in Bulgarien aktiv.

Bis 1986 konnte der Christusträger-Waisendienst durch die kleine Karlsruher CTW-Schwesternschaft mit Hilfe von Freunden nebenberuflich und ehrenamtlich aufgebaut und geführt werden. Doch die vielfältigen Herausforderungen und die vielseitigen Aufgaben sind ständig gewachsen und machten die Trennung von Vorstand und Geschäftsführung nötig. So werden seit 1986 alle Verwaltungsaufgaben von einer eigenen Geschäftsstelle wahrgenommen.

Mit Dankbarkeit blicken wir auf über fünf Jahrzehnte Christusträger-Waisendienst zurück. Es waren Jahre der wertvollen Hilfe zur Lebensbewältigung für unzählige Kinder und Familien. Viele der ehemaligen Patenkinder fanden Arbeitsplätze als Krankenschwestern, Arzthelferinnen, Handwerker, Ingenieure, Bankangestellte oder in anderen Berufen, manche inzwischen in verantwortlichen Positionen. Einige von ihnen wurden haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiter in Kirchen und Gemeinden. Unzählige Hochzeiten wurden gefeiert und christliche Familien gegründet. Dankesbriefe der jungen Menschen an ihre Paten für deren jahrelange Begleitung sind immer wieder eine Bestätigung des empfangenen Segens.

Der Christusträger-Waisendienst wird ausschließlich von Spenden aus seinem Freundeskreis finanziert. Er erhält weder Zuschüsse von Institutionen noch von staatlichen Stellen. Den Empfängern eröffnen sich völlig neue Lebensmöglichkeiten. Alle Unterstützung, auch im Gebet, ist Ausdruck der Liebe der Paten und Freunde und wird getragen von der Liebe Gottes.

Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten.

Die Bibel − Jakobus 1:27