Apis dorsata - Riesenhonigbiene

Lernbegierige Kinder in Karachi / Pakistan entdecken sie mit der Lupe

Prof. Dr. Werner Rieß* berichtet von seinem Besuch in Karachi

Meine Frau soll als „Präsidentin“ zur Feier des 50igsten Geburtstag des CTW bzw. EIC nach Karachi und Rawalpindi. Am besten wäre es, wenn ihr Mann, also ich, mitginge. Ich sage zu unter der Voraussetzung, dass ich mich dann auch irgendwie nützlich machen kann. Irgendwie bekomme ich mit Unterstützung von Schwester Dagmar eine Lehrerfortbildung in der St. Judes (High) School in Karachi organisiert. Es wäre aber auch noch schön, wenn ich mit den Kindern und Jugendlichen in den Häusern etwas „Biologisches“ machen könnte. Mir kommt die Idee, es wäre doch nett, die Kinder und Jugendlichen könnten mal erleben, wie Forscher/innen arbeiten. Das lässt sich gut am Beispiel Honigbienen zeigen. Eine erste Recherche zeigt: ich darf keine (lebenden oder toten) Bienen nach Pakistan im Gepäck mitbringen. Hmm … eine Kontaktaufnahme mit den Zoologen der Universität führt nach einigem Hin und Her zur Zusage, dass man mir 60 tote Bienen zur Verfügung stellen kann (insgesamt 3 Arten, eine davon Apis dorsata, die Riesenhonigbiene (fast so groß wie eine Hornisse)). Im Gepäck darf ich mitnehmen: 15 Lupen und ein Binokular.

Und dann kam der große Tag. Schwester Dagi hat in jedem Haus eine Gruppe mit höchst interessierten Jugendlichen zusammengestellt. Los ging es mit einer Gruppe junger Damen im Haus Hanna. „Habt Ihr schon einmal eine Honigbiene gesehen?“ „Ja, klar.“ „Dann wisst Ihr auch wie sie aussieht?“ „Ja.“ „Gut, dann zeichnet mal eine auf dieses Blatt.“ Die Blätter wurden aufgehängt. Ein Vergleich der Zeichnungen offenbarte manche Unklarheiten: Anzahl und Form der Beine, der Körperabschnitte, der Flügel, wie sehen die Augen aus, wie die Mundpartie, sieht man einen Stachel, oder nicht? Wir wissen es also nicht genau. Wie können wir vorgehen, um diese Fragen zu beantworten? Ideen werden gesammelt. Am besten wäre es, wir könnten uns Bienen selbst anschauen. Schwupps, da sind sie und dazu noch Lupen. Begeistert untersuchen die Mädchen die Bienen und können nach kurzer Zeit alle Fragen beantworten und Unklarheiten beseitigen. Mit Hilfe des Binokulars können dann noch Details untersucht werden. Es folgt ein kleiner Vortrag mit Hintergrundinformationen zu den Bienen und deren Lebensweise. Alle sind sehr aufmerksam dabei. Hurra, wir haben was gelernt. Auch: Man darf sich täuschen und Fehler machen, Hauptsache man lernt daraus. Nun endlich dürfen auch die Kleinen ran an die Bienen und Lupen. Vergleichbar lief es mit den Jungs im Haus Samuel und dann mit den Mädchen vom Haus Tabitha. Mein Eindruck insgesamt: im Vergleich zu Kindern in Deutschland zeigten die Kinder in den Häusern eine hohe Aufmerksamkeitsspanne und Konzentration. Erschrocken waren sie nicht, vielmehr sehr dankbar für diesen doch deutlich ungewohnten Input. Im normalen schulischen Unterricht dominiert ansonsten das Hören und Auswendiglernen. Ach, es war eine Freude mit ihnen.


*Prof. Dr. Werner Rieß ist Direktor des Institutes für Biologie und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule (PH) Freiburg


Gott, der Vater, wird auf die rechte Art geehrt, wenn jemand den Waisen und Witwen in ihrer Not beisteht...

Jakobus 1:27 a | Die Bibel (Gute Nachricht)